© Yuri Schmid
«Als Hauswartin ist jeder Tag anders», sagt Daniela Thalmann zufrieden. «Das gefällt mir an meinem Beruf, er ist extrem abwechslungsreich.» Sie kontrolliert regelmässig, ob Heizung, Lüftung, Sanitäranlagen, Brandschutz und Beleuchtung funktionieren, mäht den Rasen und schneidet Hecken. Sie ist bei Wohnungsübergaben dabei und erste Anlaufstelle, wenn etwas defekt ist. Dafür braucht es nicht nur technisches Wissen und handwerkliches Können, sondern auch Geschick im Umgang mit Menschen.
Sicher etwas Handwerkliches
Dass sie einen handwerklichen Beruf wählen würde, war Daniela Thalmann immer klar. Sie stammt aus einer Handwerkerfamilie, in der ganz verschiedene Berufe vertreten sind: «Gemeinsam könnten wir locker ein Bauunternehmen führen!» Nach der Lehre als Malerin stellte sie bald fest, dass es jeweils im Winter nur wenig Arbeit gab. Was tun? Sich weiterbilden. Sie absolvierte die zweijährige berufsbegleitende Ausbildung zur Hauswartin mit eidgenössischem Fachausweis und arbeitete in dieser Zeit bei einer Genossenschaft in Aarau. Seit 2019 ist sie bei der Eigengrund.
Freiheit und ein gutes Team
Daniela Thalmann gefällt, dass sie bei der Eigengrund sehr selbstständig arbeiten kann. «Ich kann mir selbst einteilen, wann ich was mache. Und ich habe ziemlich viel Kontakt mit den Mieterinnen und Mietern, das finde ich schön.» Ihr kommt entgegen, dass es bei der Eigengrund ein spezielles Reinigungsteam gibt und die Hauswarte vor allem für Technisches, den Gartenunterhalt und Mieterbelange zuständig sind: «Ich mache gerne technische Dinge. Mein Ausbildner war Servicetechniker für Waschmaschinen, von ihm habe ich einiges gelernt.» Doch nicht alle Probleme kann sie selbst lösen: «Wenn ich mal Hilfe brauche, dann muss ich nur einen meiner Kollegen, Philippe oder Alex anrufen, und er kommt – wir sind echt ein gutes Team.» Ein Team, in dem sie die einzige Frau ist. «Ich arbeite fast lieber mit Männern als mit Frauen, das finde ich einfacher», antwortet sie auf die Frage, wie es sei, als Frau in einer männerdominierten Branche zu arbeiten. «Man muss am Anfang einmal beweisen, dass man drauskommt und anpacken kann, dann läufts.»
aus: SGE-Kultur, April 2020, leicht gekürzt