© Yuri Schmid
PV-Anlage Siedlung Gutstrasse
Tipps für ökologischen Stromverbrauch
Siedlungen mit Solarstrom-Eigenverbrauch:
Wenn möglich bei Sonnenschein Geschirrspüler, Waschmaschine, Tumbler laufen lassen, Geräte und E-Auto laden.
Alle Siedlungen:
Beim Stromanbieter EKZ oder ewz möglichst umweltfreundlichen Netzstrom beziehen, sofern finanziell möglich. Beide bieten verschiedene Abos an.
Die neuste Photovoltaik-Anlage der Eigengrund ziert die Balkone der frisch sanierten Siedlung Hirzenbach. Damit wird nun in elf der zwanzig Eigengrund-Siedlungen Solarstrom produziert. Zusammen produzieren die PV-Anlagen jährlich so viel Strom, dass etwa 150 Vier-Personen-Haushalte damit versorgt werden könnten. Was haben die Bewohnenden der betreffenden Siedlungen davon, was die anderen Genossenschafterinnen und Genossenschafter?
«Hausgemachter» Strom
Neun Siedlungen profitieren von «hausgemachtem » Strom: Gutstrasse, Giessächer, Hirzenbach, Letzigraben, Limmatblick, Schachenmatt, Überland, Winzerhalde sowie die Glanzenbergstrasse 12. In der Siedlung Am Wasser betreibt der PV-Strom die technischen Anlagen, in Obsthalden fliesst er zurzeit noch ins Netz.
Scheint die Sonne, produzieren die PV-Anlagen Strom. Verbrauchen Mietende dann Strom, gilt dies als Eigenverbrauch. Auf der Stromrechnung sehen sie, wie viel Eigenverbrauchsstrom sie bezogen haben. Dass dieser nur ein bisschen günstiger ist als beim tiefsten Netzstromtarif, ist ein Trost für all diejenigen, die tagsüber nicht zu Hause sind, und für die Mietenden in den anderen Siedlungen.
Selbst verbrauchen ist schlau
Bis 2018 musste die Eigengrund ihren Solarstrom ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Dafür erhielt sie eine Vergütung. Erst seit 2018 ist es gesetzlich möglich, den produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen. Die Eigengrund nutzt diese Möglichkeit. Es ist also schlau, bei Sonnenschein staubzusaugen, den Geschirrspüler laufen zu lassen, einen Kuchen zu backen oder das E-Auto aufzuladen.
Strom, der bei Sonnenschein produziert, aber nicht direkt in der Siedlung verbraucht wird, gelangt ins öffentliche Stromnetz. Wird mehr Strom benötigt, als die PV-Anlage produziert, wird Strom aus dem öffentlichen Netz hinzugenommen und anteilsmässig verrechnet. Über das Jahr gesehen verbrauchen die neun Siedlungen zwischen 30 (Überland) und 87 Prozent (Letzigraben) ihres Solarstroms selbst. Da gibt es also noch Potenzial!
Der Eigenverbrauch hat neben dem tieferen Strompreis für die Bewohnenden der Siedlung noch einen weiteren Vorteil: Die Eigengrund erhält vom Elektrizitätsanbieter einen besseren Preis für Strom, der bezogen wird, während die PV-Anlagen produzieren, als wenn sie ihn einfach ins Netz einspeist. Von einem hohen Eigenverbrauch profitiert also auch die Eigengrund als Ganzes: Die so generierten Einkünfte kommen letztlich allen zugute.
Weitere Anlagen?
Für die Siedlung Obsthalden laufen die Abklärungen zur Umstellung. Bei den anderen Siedlungen prüft die Eigengrund jeweils im Rahmen einer Sanierung, ob eine PV-Anlage installiert werden kann. Ab 2026 ist es ausserdem möglich, sich mit anderen Solarstrom-Nutzenden im Quartier zu lokalen Energiegemeinschaften (LEG) zusammenzuschliessen oder den Strom an Nachbarn zu verkaufen. Auch das kann eine Option sein.
Aufwand für die Eigengrund
Da die Abrechnung über die Elektrizitätsanbieter läuft, ist der Aufwand für die Eigengrund begrenzt. Gianluca Bassini, der Leiter Betrieb, kontrolliert monatlich Produktion und Wirkungsgrad aller Anlagen, um zu erkennen, ob ein Defekt vorliegt. Die Fachleitenden Siedlung überprüfen die Anlagen vierteljährlich auf Schmutz. Meist reicht ein kräftiger Regen, um diesen wieder zu entfernen. PV-Anlagen lassen in ihrer Leistung zwar mit der Zeit nach, liefern aber mindestens 25–30 Jahre zuverlässig genügend Strom.
Da die Eigengrund Ressourcen schonen will, überlegt sie, wie sie den Eigenverbrauch weiter erhöhen kann. Möglich wäre, Boiler und Wärmepumpen tagsüber laufen zu lassen und mit Energiemanagement- Systemen Geräte so zu steuern, dass sie bei Sonnenschein arbeiten. Auch die Entwicklung der Speichertechnologien wird beobachtet.
Ökologisch Strom brauchen
Alle Siedlungen der Eigengrund erhalten ihren Strom entweder vom EKZ oder vom ewz, den Elektrizitätsversorgern des Kantons und der Stadt Zürich. Diese setzen seit Längerem auf erneuerbare Energien und haben weder Atom- noch Kohlestrom in ihrem Strommix. Der grösste Teil wird nach wie vor durch Wasserkraftwerke produziert.
Als Mieterin und Mieter haben Sie die Möglichkeit, aus verschiedenen Strommix- Angeboten auszuwählen, die jeweils mehr oder weniger Solar- und Windstrom enthalten.
aus: SGE-Kultur, November 2025
Gianluca Bassini, Leiter Betrieb, kontrolliert die PV-Anlage